Schlagwort-Archive: Infrastruktureinrichtungen

Digitale Hochschule NRW und Forschungsdatenmanagement Siegen

An der Universität Siegen gibt es das E-Science-Infra Team, das sich alle 14 Tage trifft, um das Forschungsdatenmanagement in Siegen weiter voranzutreiben. Vor allem geht es hierbei um das Konzept für den Umgang mit Forschungsdaten, Leitlinien, Informationsdienstleistungen und eine technische Infrastruktur.

Das Team besteht aus Fachleuten aus der Universitätsbibliothek Siegen und dem ZIMT, die hier eng zusammenarbeiten. Beide Partner dieses Teams sind gleichzeitig auf Landesebene kooperativ organisiert. Sie arbeiten mit den anderen Hochschulen in NRW und mit der Digitalen Hochschule NRW zusammen. Letzteres ist eine Weiterentwicklung des Arbeitskreises DV-Infrastruktur der Hochschulen in NRW (DV-ISA).

Die Digitale Hochschule in NRW hat sich zum Ziel gesetzt, sich bei den Digitalisierungsaktivitäten in NRW zu vernetzen und der Herausforderung gerecht zu werden, sowohl die heterogenen Daten der einzelnen Fachbereiche der Universitäten als auch Big Data, die die Wissenschaftler produzieren, nachhaltig bereitzustellen. Sie soll außerdem bei der Durchführung von Digitalisierungsprojekten helfen.

Im Teilprojekt INF des SFB 1187 gibt es bereits Workshops und Bedarfsanalysen zur Schaffung von Awareness zur Bewußtseinsmachung für das Forschungsdatenmanagemnet an der Universität Siegen im Rahmen der Digitalen Hochschule in NRW.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: Umgang mit digitalen Daten in der Wissenschaft: Forschungsdatenmanagement in NRW – Eine erste Bestandsaufnahme – http://dx.doi.org/10.5281/zenodo.200429

 

RDA-Deutschland-Treffen 2016

Für das ZIMT in Siegen war auch das 3. RDA-Deutschland-Treffen Ende November wegen der nationalen, globalen Dateninfrastrukturen und dem vor dem Hintergrund des Aufbaus eigener Services von besonderem Interesse.

csm_rda_d_logo_502a7fe240

 

Es wurde vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro organisiert.

 

hg_logo_s_rgb

 

Die internationale Research Data Alliance hat 15 formale Empfehlungen entwickelt, die von mindestens 75 Organisationen adoptiert wurden. Themen der Veranstaltung waren Datenobjekte in zuverlässigen Repositorien, Verbesserung der Datenpraxis, um kosteneffektiver und effizienter zu sein. Ausserdem: Vermittlung von Forschungsdatenkompetenz.

cya_cczweaamkc6

Ein interessanter Vorschlag kam zu den Grundsätzen zum Umgang mit Forschungsdaten von 2010, diese auf den Stand von 2016 zu aktualisieren.

Wunsch: FDM-Infokompetenz-Schulung in Exzellenz-Strategie einbauen. Es gab Vorträge, Postersessions, Breakout-Sessions sowie Workshops und Trainingskurse. Auch Datenmanagementpläne wurden in mehreren Vorträgen thematisiert.

 

cyw7lhexgaae2gc

 

Ausserdem wurden Datenpublikationen, Metadatenschemata bis hin zu Linked Open Data diskutiert.

 

cybzuedxaaaopo1

Teilnahme an MTSR 2016: 10th Anniversary Metadata and Semantics Research Conference

Ende November 2016 fand in Göttingen die 10. Internationale Konferenz zur Metadaten- und Semantikforschung (International Conference on Metadata and Semantics Research (theme: bridging the past, present and future of metadata) mit Teilnahme aus dem ZIMT, Siegen, statt. Sie wurde organisiert von Emmanouel Garoufallou vom „Alexander Technological Educational Institute of Thessaloniki“, Griechenland. Im Workshop zu den Digitalen Geisteswissenschaften und Langzeitarchivierung ging es zum Beispiel um Metadaten und Semantik sowie um Kollaboration der verschiedenen Communities, wie zum Beispiel Geschichte, digitale Geisteswissenschaften und Data Mining.

Die einzelnen Tracks kamen aus den folgenden Bereichen:

  • Kulturellen Sammlungen und Anwendungen
  • Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt
  • Digitale Bibliotheken, Informationsbeschaffung (Information Retrieval), Big, Linked & Social Data
  • Europäische und nationale Projekte
  • Offene Repositorien, Forschungsinformationssysteme und Dateninfrastrukturen

Vorgestellt wurde auch das Lemon-Modell (The Lexicon Model for Ontologies), ein Modell um auch maschinenlesbare Wörterbücher zu modellieren und sie mit dem Semantischen Web und der Linked Data Cloud zu verknüpfen.

Das MoRe Tool (Metadata & Object Repository) wurde präsentiert und erläutert, wie man Informationen aggregieren kann. Interessant war die Dokumentation zu CONTENTdm, dem digitalen „Collection Management System“, das aus einem Server besteht, auf dem Inhalte gespeichert werden können. Nutzer speichern Materialien auf OCLC Servern.

Vorgestellt wurden auch:

LusTRE: Linked Thesaurus fRamework for environment, siehe http://linkeddata.ge.imati.cnr.it/

CIDOC Conceptual ReferenceModel, die Ontologie für Informationen aus dem Kulturerbe.

Komplementarität von Forschungsdaten und OER

OER und Forschungsdaten können komplementär betrachtet werden:
• Management, Archivierung, Speicherung
• Teilen ( Nachnutzung/Sustainability, Weiterverarbeitung)
Arbeitsumgebungen an Hochschulen sind kollaborativ!

Eine integrierte Open-Strategie ist hierbei wichtig! Wissenschaftliche Bibliotheken und technische Infrastruktureinrichtungen müssen Lösungen für OER und Forschungsdaten anbieten (technische Bedingungen).

Digitale Hochschule NRW: Gebündeltes Forschungsdatenmanagement!

Die Digitale Hochschule NRW entstand als Plattform im September 2016 als Weiterentwicklung des DV-ISA. Das Vorhaben wurde in der AG zur Datenverarbeitungsinfrastruktur der Hochschulen in NRW (DV-ISA) entwickelt.  Hier sollen die Digitalisierungsaktivitäten des Landes zusammengebracht werden und den Hochschulen eine Kooperationsplattform bieten. Auch das Vorgehen beim Forschungsdatenmanagement ist hochschulübergreifend und gehört in diesen Kontext.

„Digitale Initiativen, die bereits erfolgreich in NRW laufen, bekommen durch die Digitale Hochschule einen Extraschub. Für die Entwicklung neuer Projekte entsteht eine interessante Kooperationsplattform.“ (Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität in Hagen und neugewählte Vorstandsvorsitzende der Digitalen Hochschule NRW)

(move moderne verwaltung: http://www.move-online.de/index.php?schrift=1&modus=g&menu=1&page=meldungen&data=24568, abgerufen am 20.10.2016)

logo_fortschrittsbericht_2_0(Startschuss für die Digitale Hochschule NRW: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/startschuss-fuer-die-digitale-hochschule-nrw-landesweite-aktivitaeten-werden, abgerufen am 20.10.2016)

Forschungsdaten am Beispiel des SFB 1187 „Medien der Kooperation“

An der Universität Siegen gibt es seit Mai 2016 den Sonderforschungsbereich „Medien der Kooperation“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Hier sollen Forscher aus den Geistes-, Kultur-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften einen Beitrag zum Verständnis der digitalen Gegenwartskultur leisten. Die Medien sind kooperativ erarbeitete Kommunikationsbedingungen. Ihre Praktiken und Techniken entstehen aus der wechselseitigen Verfertigung und Bereitstellung gemeinsamer Mittel und Abläufe. Die Erforschung dieser Eigenschaften verlangt eine gezielte Engführung zwischen Medientheorie und Sozialtheorie, und zugleich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, die quer zu den gängigen Wissenschaftsformationen vorzugehen vermag.

medien-der-kooperation

 

Neue kooperative Medien sind auch die Sozialen Medien wie Twitter, Flickr, YouTube, Wikimedia.

Initiiert wurde der Trend in den 1980er Jahren mit den ersten E-Mails und Groupware.

Beteiligte Einrichtungen sind neben der Universität Siegen (alle Fakultäten), auch die Universität zu Köln (a.r.t.e.s Graduate School for the Humanities), das Jung-Stilling-Krankenhaus, Siegen, das Siegerlandmuseum, das Museum für Gegenwartskunst.

Für das Projekt und das Teilprojekt Infrastrukturen (INF) soll eine technische Infrastruktur zum FDM aufgebaut und Grundsätze entwickelt werden. Zunächst wird an einer Bedarfsermittlung zum Forschungsdatenmanagement gearbeitet. Zu diesem Zwecke werden Personen der beteiligten Einrichtungen befragt, d.h., wie sie sich einen Umgang mit ihren Forschungsdaten vorstellen (Anwendungen, Konzepte, rechtl. Aspekte, Dokumentation zur technischen Realisation, Erwartungen an eine eHumanities-Infrastruktur, etc.).

Ziele / Absichten des INF-Projekt:

– Basisservices zur Datenspeicherung und zum Datenmanagement

– Entwicklung eines praxeologischen Metadatenschemas

– Data Sharing

Das Projekt am ZIMT, besonders die Berücksichtigung der anfallenden Forschungsdaten in den einzelnen Teilprojekten, steht somit im Feld der Digital Humanities, den qualitativen Sozialwissenschaften und dem Forschungsdatenmanagement allgemein. Es ist nur eines von mehreren Projekten in Nordrhein-Westfalen, die sich jetzt zunehmend mit dem Forschungsdatenmanagement beschäftigen.

Zu erwartende Daten von den Forschern sind Videos, Bilder, Manuskripte, digitale Texte, Korpora (Datentypen). Hier gibt es verschiedene Herausforderungen für das Datenmanagement und die Forscher müssen mit guten Infrastrukturkonzepten unterstützt werden. Bei der Datenspeicherung wird auch die Verwaltung hoch-kontextbezogener, heterogener, nichtlinearer und nichtbiblionomer Daten ermöglicht. Es wird auf bestehende Konzepte wie DARIAH, Textgrid, usw. zurückgegriffen, aber auch neue Ansätze sollen entwickelt werden. Es geht um eine Aneignungsinfrastruktur zur Praxis IT-gestützter empirischer Forschung, die Forschungswerkzeuge weiterentwickelt und die IT-gestützte Forschung vorantreibt. Metadatenschemata müssen erweitert werden.

INF steht mit allen Teilprojekten in Verbindung, da in allen diesen Projekten die jeweilige Datenbasis kooperativ gesammelt und erforscht wird. Die Forschungspraxis soll dokumentiert werden und für kooperierende Forscher transparent gemacht werden.

In Zukunft wird zum Beispiel eine steigende Anzahl komplexer Analysekorpora erwartet und die digitalen Werkezeuge werden noch komplexer werden. Aus diesem Grunde müssen auch diese Analysearbeiten dokumentiert werden.
Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Kooperationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften werden thematisiert und auch externe Interessenten können experimentieren. Kooperationstools sind die am meisten benutzten Wekzeuge im Datenmanagement (Interoperabilität).

Daten, die im SFB 1187 anfallen: Strukturierter und unstrukturierter Text, CAD/3D, Bild-, Audio- und Videodaten, Datenbanken, Sonsordaten, Logprotokolle, Software in Form von Quelltext und Binaries). Eine Schätzung ergibt für die erste Bewilligungsphase einen Speicherbedarf von ca. 150-200 TB, von denen ca. 80% auf Video-Rohdaten und deren Derivate entfallen.