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RDA-Deutschland-Treffen 2016

Für das ZIMT in Siegen war auch das 3. RDA-Deutschland-Treffen Ende November wegen der nationalen, globalen Dateninfrastrukturen und dem vor dem Hintergrund des Aufbaus eigener Services von besonderem Interesse.

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Es wurde vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro organisiert.

 

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Die internationale Research Data Alliance hat 15 formale Empfehlungen entwickelt, die von mindestens 75 Organisationen adoptiert wurden. Themen der Veranstaltung waren Datenobjekte in zuverlässigen Repositorien, Verbesserung der Datenpraxis, um kosteneffektiver und effizienter zu sein. Ausserdem: Vermittlung von Forschungsdatenkompetenz.

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Ein interessanter Vorschlag kam zu den Grundsätzen zum Umgang mit Forschungsdaten von 2010, diese auf den Stand von 2016 zu aktualisieren.

Wunsch: FDM-Infokompetenz-Schulung in Exzellenz-Strategie einbauen. Es gab Vorträge, Postersessions, Breakout-Sessions sowie Workshops und Trainingskurse. Auch Datenmanagementpläne wurden in mehreren Vorträgen thematisiert.

 

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Ausserdem wurden Datenpublikationen, Metadatenschemata bis hin zu Linked Open Data diskutiert.

 

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Teilnahme an MTSR 2016: 10th Anniversary Metadata and Semantics Research Conference

Ende November 2016 fand in Göttingen die 10. Internationale Konferenz zur Metadaten- und Semantikforschung (International Conference on Metadata and Semantics Research (theme: bridging the past, present and future of metadata) mit Teilnahme aus dem ZIMT, Siegen, statt. Sie wurde organisiert von Emmanouel Garoufallou vom „Alexander Technological Educational Institute of Thessaloniki“, Griechenland. Im Workshop zu den Digitalen Geisteswissenschaften und Langzeitarchivierung ging es zum Beispiel um Metadaten und Semantik sowie um Kollaboration der verschiedenen Communities, wie zum Beispiel Geschichte, digitale Geisteswissenschaften und Data Mining.

Die einzelnen Tracks kamen aus den folgenden Bereichen:

  • Kulturellen Sammlungen und Anwendungen
  • Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt
  • Digitale Bibliotheken, Informationsbeschaffung (Information Retrieval), Big, Linked & Social Data
  • Europäische und nationale Projekte
  • Offene Repositorien, Forschungsinformationssysteme und Dateninfrastrukturen

Vorgestellt wurde auch das Lemon-Modell (The Lexicon Model for Ontologies), ein Modell um auch maschinenlesbare Wörterbücher zu modellieren und sie mit dem Semantischen Web und der Linked Data Cloud zu verknüpfen.

Das MoRe Tool (Metadata & Object Repository) wurde präsentiert und erläutert, wie man Informationen aggregieren kann. Interessant war die Dokumentation zu CONTENTdm, dem digitalen „Collection Management System“, das aus einem Server besteht, auf dem Inhalte gespeichert werden können. Nutzer speichern Materialien auf OCLC Servern.

Vorgestellt wurden auch:

LusTRE: Linked Thesaurus fRamework for environment, siehe http://linkeddata.ge.imati.cnr.it/

CIDOC Conceptual ReferenceModel, die Ontologie für Informationen aus dem Kulturerbe.

Das Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIMT) und Forschungsdaten

Das Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIMT) unterstützt seit Jahren insbes. die medienwissenschaftliche Forschung an der Universität Siegen. Besonderes Ergebnis dieser Kooperation im Forschungsdatenmanagement ist eines der größten nach einheitlichen Kriterien erschlossenen, digitalen Medienarchive an deutschen Hochschulen (ca. 104.000 Datensätze, 100 TB Audio- und Videodaten).

Derzeit engagiert sich das ZIMT in zwei geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekten im Schwerpunkt Forschungsdatenmanagement: DFG-SFB 1187 Medien der Kooperation – seit 2016 (1. Bewilligungsphase) und Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW) – seit 2016 (vorauss. bis 2032).

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Forschungsdaten am Beispiel des Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW)

Der Dialektatlas Mittleres Westdeutschland soll systematisch und umfassend die Sprachvarietäten in Nordrhein-Westfalen kartographisch dokumentieren. Grundlage sind Audiointerviews, die linguistisch analysiert und aufbereitet werden.

Geographisch und methodisch schließt der DMW an wichtige existierende Atlasprojekte an. Dadurch wird die Vergleichbarkeit der Daten gewährleistet.

Beim Management der Forschungsdaten haben wir mit folgenden Daten zu rechnen: Audio-Rohdaten bzw. -Datenaggregate, Karten und strukturierte, georefenzierte Texte und (Meta-)Datensätze.

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Forschungsdatenmanagement

Alle WissenschaftlerInnen sind gemäß den Grundsätzen der „guten wissenschaftlichen Praxis“ (Empfehlungen der DFG von 1998, erweiterte Auflage von 2013) dazu verpflichtet, ihre Forschungsdaten vor Verlust zu schützen und sie für eine nachhaltige Nutzung aufzubereiten. Die DFG- Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten (2015) sowie das EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 beinhalten weitere solche Anforderungen.

Welche Infrastrukturen und Dienste müssen entwickelt werden, um die bestmögliche Forschung und Nachhaltigkeit an einer Universität generell und auch in einem SFB an der Universität Siegen und in NRW zu gewährleisten? Es gibt hier eine Dringlichkeit und hohe Relevanz, um Spitzenforschung betreiben zu können.

 

Zur allgemeinen Nachvollziehbarkeit der Forschung ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Forschungsdaten unabdingbar!

Ein gutes Forschungsdatenmanagement (FDM) bereitet die Grundlage für einfache Benutzung und nachhaltige Speicherung aller Arten wissenschaftlicher Daten. Der Lebenszyklus von Forschungsdaten nach WissGrid erklärt die Aufgaben im Lebenszyklus von Forschungsdaten ganz einfach.

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(Abbildung: WissGrid http://www.wissgrid.de/publikationen/deliverables/wp3/WissGrid-oeffentlicher-Entwurf-Checkliste-Forschungsdaten-Management.pdf, abgerufen am  20.10.2016)

Wissenschaftler aus Siegen können sich dann in Zukunft leichter bei Forschungsförderungsentscheidungen der EU und DFG durchsetzen, weil diese eine Wissensweitergabe über die eigene Universität hinaus stark wünschen. Moderne Forschung ist global vernetzt!

Das EU-Rahmenforschungsprogramm Horizon 2020 fordert von Projekten ab 2017 einen DMP, mit Opt-Out Option.